Feuerwehrhaus in Flammen

Datum: 9. September 2016 
Alarmzeit: 21:44 Uhr 
Art: Großbrand 


Einsatzbericht:

Sachschaden in Höhe von mehreren Millionen Euro und sieben zum Teil völlig ausgebrannte Feuerwehrfahrzeuge sind die Bilanz eines Großbrandes, der am Sonntagnachmittag (24.07.2016) im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Kressbronn aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen ist. In Spitzenzeiten bekämpften rund 140 Feuerwehrleute von sieben Wehren aus dem Bodenseekreis und dem bayerischen Nachbarlandkreis Lindau den Brand. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Die Freiwillige Feuerwehr Kressbronn wurde kurz vor 17 Uhr alarmiert. Bereits auf der Anfahrt zum eigenen Gerätehaus sahen die Einsatzkräfte eine starke Rauchentwicklung. Zu diesem Zeitpunkt wütete bereits ein ausgedehnter Brand in der Halle des 1994 neu gebauten Gerätehauses. Weil aufgrund des Brandes und der starken Rauchentwicklung der Zugang zur persönlichen Schutzausrüstung und den Fahrzeugen nicht mehr möglich war, forderte die Kressbronner Feuerwehr umfangreich Unterstützung benachbarter Gemeinden an.

Unter der Leitung des Kressbronner Kommandanten Peter Schlegel bekämpften rund 140 freiwillige Feuerwehrleute aus Kressbronn, Nonnenhorn, Tettnang, Langenargen, Lindau, Eriskirch, Markdorf und Wasserburg den Brand. Kreisbrandmeister Henning Nöh war ebenfalls zum Einsatzort geeilt, um den Löscheinsatz zu beaufsichtigen und die Einsatzleitung zu unterstützen. Durch massive Löschangriffe, die auch über zwei Drehleitern vorgenommen wurden, gelang es den Einsatzkräften ein Übergreifen des Brandes auf den an die Fahrzeughalle anschließenden Funktionstrakt des Gerätehauses sowie den Gemeindebauhof zu verhindern.

Unterstützt wurden die Freiwilligen Feuerwehren durch das Deutsche Rote Kreuz und die Polizei. Das DRK war mit rund 30 Helfern im Einsatz und übernahm die medizinische Betreuung der eingesetzten Atemschutzkräfte sowie die Verpflegung nach dem mehrstündigen Einsatz. Die Polizei sorgte durch umfangreiche Absperrmaßnahmen für einen reibungslosen Einsatzverkehr an der Brandstelle und nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf.

Neben Bürgermeister Daniel Enzensperger war auch und Landrat Lothar Wölfle zur Einsatzstelle gekommen, um sich einen persönlichen Eindruck über das Ausmaß der Schäden und die Arbeit der Einsatzkräfte zu verschaffen.

Die Löscharbeiten gestalteten sich sehr langwierig, da aufgrund der bestehenden Einsturzgefahr die Fahrzeughalle nicht mehr betreten werden konnte und zudem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert war. Mit einem Abrissbagger wurde ab 23 Uhr das Hallendach abgerissen. Gegen 24 Uhr war der Einsatz dann beendet.

Trotz des erfolgreichen Löscheinsatzes ist die Bilanz ernüchternd: von acht Fahrzeugen der Feuerwehr Kressbronn wurden drei durch das Feuer sehr stark beschädigt und vier brannten völlig aus. Lediglich ein vor dem Gebäude geparktes Mannschaftstransportfahrzeug blieb unbeschädigt. Mehrere Gemeindefeuerwehren haben ihren Kressbronner Kameraden kurzfristige und unbürokratische Unterstützung durch Leihe von Einsatzfahrzeugen zugesagt. Auf diese Weise soll möglichst rasch ein provisorischer Fuhrpark zusammengestellt werden, um den Grundschutz durch die Kressbronner Wehr wieder sicher zu stellen, bis die Gemeinde eine anderweitige Lösung gefunden hat.

Christian Gorber, Oberbrandmeister
Kreisfeuerwehrpressesprecher